Schallabsorber Decke
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Über Schallabsorber für die Decke
Die Deckenreflexion über dem Hörplatz
Zwischen Schallquelle und Hörer verläuft ein Reflexionsweg über die Decke, der mit wenigen Millisekunden Verzögerung eintrifft. Diese Deckenreflexion verwischt Transienten und senkt die Sprachverständlichkeit, ohne als eigenständiges Echo wahrgenommen zu werden. Ein Feld aus Schallabsorbern mittig zwischen Lautsprechern und Abhörposition, im Studio als Cloud bezeichnet, entfernt genau diesen Anteil.
Bauformen: Deckensegel, Baffeln oder direkt montierte Schallabsorber
Freihängende Deckensegel werden waagerecht an Seilabhängern befestigt und arbeiten beidseitig, weil auch die Oberseite Schall aufnimmt. Dadurch übertreffen sie direkt montierte Schallabsorber gleicher Fläche deutlich. Ein Abhängemaß von 200 bis 400 mm erweitert die Wirkung in den unteren Mittenbereich. Senkrecht hängende Baffeln eignen sich für hohe Hallen, Werkstätten und Kantinen, da sie bei geringer Grundfläche eine große absorbierende Oberfläche bereitstellen. In Rasterdecken lassen sich Schallabsorber direkt in das vorhandene Profilsystem einlegen. Auf Beton und Gipskarton kommen Direktmontagen mit Klebeankern oder Distanzhaltern zum Einsatz, wobei ein Luftpolster hinter dem Schallabsorber die Tiefenwirkung erhöht.
Planung nach Raumnutzung
Die DIN 18041 gibt für Unterrichts- und Besprechungsräume Sollnachhallzeiten in Abhängigkeit von Volumen und Nutzungsart vor. Im Mehrpersonenbüro beschreibt die DIN EN ISO 3382-3 zusätzlich den Ablenkungsabstand, der ohne Schallabsorber an der Decke kaum einzuhalten ist. Als praktischer Ausgangspunkt gilt eine Belegung von 20 bis 40 Prozent der Deckenfläche, verteilt über den Raum statt konzentriert an einer Stelle. Eine gleichmäßige Anordnung verhindert, dass einzelne Zonen akustisch tot wirken, während andere unbehandelt bleiben.
Materialien und Brandschutz
Für gewerblich genutzte Räume entscheidet die Baustoffklasse über die Auswahl. Schallabsorber aus Melaminharzschaum sowie Mineralwollkerne mit entsprechendem Bezug erfüllen B1 nach DIN 4102 beziehungsweise die Anforderungen der DIN EN 13501-1. PET-Filz bietet ein günstiges Verhältnis aus Gewicht, Optik und Absorptionsleistung und erleichtert die Abhängung, weil geringere Lasten in die Deckenkonstruktion eingeleitet werden. Bedruckte Schallabsorber übernehmen an der Decke zusätzlich eine gestalterische Funktion in Empfangsbereichen und Praxen.
Grenzen der porösen Absorption
Unterhalb von etwa 100 Hz stoßen flächige Absorber an physikalische Grenzen, weil die Wellenlängen jede praktikable Materialstärke übersteigen. Dröhnen und wummernde Bässe entstehen durch Raummoden und werden mit Bassfallen in den Raumecken behandelt.
Beratung und Fertigung nach Maß
Sonderformate, individuelle Farben, Motivdruck und komplette Akustikkonzepte fertigen wir auf Anfrage. Senden Sie uns Raummaße, Nutzung und vorhandene Oberflächen, wir berechnen den erforderlichen Absorptionsbedarf und schlagen die passende Bestückung vor.